Gute Weiterbildung erleben – und weitergeben

von Regina Kinczler

Wie das Kompetenzzentrum Weiterbildung (KW) Hessen beim Einstieg in die hausärztliche Praxis unterstützt und warum auch Weiterbilderinnen selbst davon profitieren, erzählen Friederike Plesmann und Dr. med. Anna-Lena Wiesmann aus Eltville im Gespräch mit unserer Kollegin Frau Dr. med. Wanda Backhoff.

Im Hessischen Ärzteblatt (Ausgabe 2/2026 – Verlinkung zum Artikel) berichteten die beiden bereits über ihren Weg in die Niederlassung. Kennengelernt haben sie sich 2018 bei einem Seminar des Weiterbildungskollegs des KW Hessens zum Thema „Orthopädie in der hausärztlichen Praxis“.  Aus diesem ersten Kontakt entwickelte sich schließlich die Gründung einer Berufsausübungsgemeinschaft.

Inzwischen haben sie sogar ihre erste Weiterbildungsassistentin eingestellt und bilden selbst weiter. Darin sehen sie nicht nur einen wichtigen Beitrag zur hausärztlichen Versorgung, sondern auch eine Bereicherung ihres Praxisalltags sowie die Chance, fachlich stets auf dem neuesten Stand zu bleiben.

Im Interview berichten sie, welche Erfahrungen sie auf diesem Weg besonders geprägt haben.

Seminare aussuchen, die wirklich zur Weiterbildung passen

Was hat Sie damals am Seminarprogramm des Kompetenzzentrums Weiterbildung besonders überzeugt?

Plesmann: Ich habe vor allem die große Flexibilität geschätzt. Man konnte sich gezielt die Seminare auswählen, die gerade zur eigenen Weiterbildungsphase oder zu den persönlichen Interessen gepasst haben.

Wiesmann: Die Veranstaltungen waren hochwertig, mit praxisnahen Inhalten und sehr guten Referierenden. Gerade in einigen orthopädischen Modulen gab es auch praktische Hands-on-Elemente – das war besonders hilfreich.

Plesmann: Insgesamt war das Angebot sehr breit aufgestellt. Und wenn ein Termin einmal nicht passte, wusste man: Das Thema kommt wieder. Das hat die Planung deutlich erleichtert.

Mentoring als vertrauensvoller Rahmen für fachlichen und persönlichen Austausch

Frau Wiesmann, Sie haben auch an unserem Mentoring-Angebot teilgenommen. Wie haben Sie das erlebt?

Wiesmann: Für mich war das sehr bereichernd. In unserer Mentoring-Gruppe waren erfahrene Hausärztinnen und Hausärzte, die aus ihrem Praxisalltag berichtet haben. Gleichzeitig war es ein vertrauensvoller Rahmen für Themen, die einen im Berufsalltag beschäftigen.

Man konnte Fragen zur Weiterbildung besprechen, Unsicherheiten ansprechen oder auch Probleme teilen, die gerade belastet haben. Das war fachlicher Austausch, aber auch persönliche Unterstützung.

Besonders schön finde ich, dass daraus Kontakte entstanden sind, die bis heute bestehen. In unserer Messenger-Gruppe gratulieren wir uns noch immer zur bestandenen Facharztprüfung oder halten einfach Kontakt.

Begeisterung weitergeben, Zukunft gestalten

Was bedeutet gute Weiterbildung für Sie persönlich?

Plesmann: Gute Weiterbildung heißt für mich, Wissen weiterzugeben, Menschen auf ihrem Weg zu begleiten und ihnen Sicherheit zu geben.

Wiesmann: Und sie bedeutet, junge Kolleginnen und Kollegen ernst zu nehmen, individuell zu fördern und die Begeisterung für das Fach Allgemeinmedizin weiterzugeben.

„Wir wollten gute Weiterbilderinnen sein“

Was hat Sie motiviert, selbst am „Train the Teacher-Programm“ (TtT) teilzunehmen?

Plesmann: Für uns ist Weiterbildung keine reine Formalität, sondern echte Verantwortung. Deshalb wollten wir uns bewusst damit beschäftigen, was gute Weiterbildung eigentlich ausmacht.

Wiesmann: Uns war schnell klar: Wenn wir diese Aufgabe übernehmen, möchten wir sie auch gut machen. Uns ist wichtig, dass junge Kolleginnen und Kollegen bei uns eine gute, verlässliche und klar strukturierte Weiterbildung bekommen.

Plesmann: Gleichzeitig möchten wir als Praxis ein Ort sein, an dem man gerne lernt und sich fachlich wie persönlich weiterentwickeln kann.

Konnten Sie Inhalte des TtT-Programms bereits in Ihrer Praxis umsetzen?

Wiesmann: Ja, auf jeden Fall. Gerade der klar aufgebaute Weiterbildungsplan, den wir auch im Rahmen der Genehmigung erarbeiten mussten, hilft uns heute sehr im Praxisalltag. Außerdem haben wir bereits erste strukturierte Feedbackgespräche geführt. Das gibt sowohl uns als Weiterbilderinnen als auch unserer Weiterbildungsassistentin mehr Orientierung und Sicherheit.

Austausch und Lernen mit Menschen, die vor denselben Fragen stehen

Würden Sie das Kompetenzzentrum Ärztinnen und Ärzten in Weiterbildung empfehlen?

Beide: Auf jeden Fall!

Plesmann: Natürlich profitiert man fachlich und mit Blick auf die Facharztprüfung. Aber mindestens genauso wichtig ist der Austausch mit anderen, die sich in einer ähnlichen beruflichen Situation befinden.

Wiesmann: Genau das schafft eine besondere Atmosphäre. In anderen Fortbildungen kommen oft sehr unterschiedliche Fachrichtungen und Erfahrungsstände zusammen. Hier trifft man Kolleginnen und Kollegen mit ähnlichen Fragen, Zielen und Herausforderungen – gerade in der Allgemeinmedizin.

Weiterbildung gezielt gestalten

Der Weg von Friederike Plesmann und Anna-Lena Wiesmann zeigt, dass gute Weiterbildung weit über einzelne Seminare hinaus wirkt. Sie schafft Begegnungen, stärkt fachliche Sicherheit, eröffnet neue Perspektiven, und kann den eigenen Berufsweg sogar nachhaltig prägen.

Wer sich auf dem Weg in die Allgemeinmedizin fachlich stärken, vernetzen und gut begleitet fühlen möchte, findet im Kompetenzzentrum Weiterbildung Hessen ein praxisnahes Angebot aus Seminaren, Mentoring, Fallkonferenzen und Train-the-Teacher-Fortbildungen für Weiterbildungsbefugte.

Sie möchten Ihre Facharztweiterbildung gezielt gestalten oder selbst bestmöglich weiterbilden? Informationen zu unseren Angeboten finden Sie hier auf unserer Webseite www.kwhessen.de oder schreiben Sie uns unter kontakt@kwhessen.de. Wir freuen uns auf Sie!

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